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Büppel ist älter als bisher angenommen Die bisherige Annnahme, dass Büppels Besiedlung 1570 mit dem „alten Obenstroher Köter Nr. 1“ Johann Budde bzw. Johann auf’n Büppel begann, ist widerlegt. Erst neuerdings zugänglichen Quellen kann man entnehmen, dass Büppel wesentlich älter ist und auch die Reihenfolge in der ersten Besiedlung etwas anders verlief, als bisher angenommen. Die 1. Büppeler Hausstelle Der älteste uns bekannte Büppeler war Dirich tho Bodeker. Er wird 1540 aktenmäßig erwähnt als Obenstroher Hausmann. Er hatte seine Bau („die Bau“ ist der Grundbesitz eines Hausmannes) „auf dem Bödeker“. Das ist die Hofstelle der späteren Schäferei, wo heute die Familie Juilfs wohnt (Oldenburger Straße 100). Dirichs to Bodekers Nachkommen nannten sich Böker und Bäker. 1603 war die Hausmannstelle auf dem Bödeker so hoch verschuldet, dass sie vom Grafen eingezogen wurde. Aus der Hausmannstelle wurde ein gräfliches Vorwerk, auf dem wahrscheinlich zunächst noch die Böker/Bäker – Familie weiterlebte. Später wurde ein Meier (= Verwalter) eingesetzt. Das Vorwerk wurde als „herrschaftliche Schäferei auf dem Bödeker“ geführt. 1693 wird die Hausstelle als Büppel zugehörig bezeichnet: Schäferei am Büppel Nachdem die Schäferei eine Zeitlang an Beamte verpachtet worden war, übernahm 1716 Johann Friedrich Lüerhsen (Lüers, Lüerhs) als 1. Obenstroher Häusling die Schäferei. 1804 wird die Schäferei aufgegeben, aber der Name „Schäferei“ bleibt der Hofstelle erhalten.
Die 2. Büppeler Hausstelle Der zweite Siedler in Büppel ist der „Obenstroher alter Köter Nr. 1“. Seine Köterei befand sich dort, wo heute das Bauernhaus Theilen steht (beim Osterfeuer-Platz am Flachsweg). Die Köterei wird 1577 erstmals aktenmäßig erwähnt. Der erste amtlich genannte Köter auf dieser Stelle war der 1545 geborene Dirich Budde. Seine Nachkommen nannten sich „aufm Büppel“, „uppn Büppel“, „auf dem Büppel“ und später „Büppelmann“. (Johann uppn Büppel war Dirichs Sohn und wurde 1575 „uppn Büppel“ geboren.)
Einige Nachkommen der Familie Büppelmann, zu denen auch die Büppeler Osterlohfamilie gehört, wohnen noch in Büppel und Umgebung.
Die 3. Büppeler Hausstelle Der dritte Siedler in Büppel war der „Obenstroher alter Köter Nr. 2“. Seine Köterei stand an der jetzigen Hausstelle der Bauerei Eilers/Baumann (Oldenburger Straße 98). Der älteste uns bekannte Köter auf dieser Stelle war Oltmann Oltmanns uppn Büppel auf der Heide Er wurde 1540 in Büppel geboren. Sein Sohn Johan Oltman auf’n Büppel wurde 1570 in Büppel geboren.
Damit steht fest, dass es schon vor 1540 drei Hausstellen in Büppel gab. Da sicher ist, dass die Hausmannsstellen älter sind als die Köterstellen und der erste Köter vor dem zweiten siedelte, ergibt sich folgende Reihenfolge in der ersten Besiedlung Büppels:
1. die Bau des Hausmanns Bödeker auf dem Bödeker (später Schäferei, heute Juilfs) 2. die Köterei des Köters Budde aufm Büppel (später Büppelmann, heute Theilen) 3. die Köterei des Köters Oltmanns aufn/am Büppel (heute Eilers/Baumann)
Grundlage der neuen Erkenntnisse sind:
1. Ahrens, Hermann: Die Einwohner des Kirchspieles Varel Zusammenstellung betreffend die Bauern pp. in den Ortschaften der ehemaligen Herrschaft Varel zu den Stellen,, die bis 1800 entstanden sind. Im Besitz Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde (OGF), deponiert im Niedersächsischen Staatsarchiv Oldenburg
2. Ortsfamilienbuch des Kirchspiels Varel Anmerkung: Als Arnold Schultze 1956 sein Buch „Büppel – Die Geschichte eines stadtnahen Dorfes“ schrieb, lagen die Aufzeichnungen von Hermann Ahrens wahrscheinlich noch nicht vor. Arnold Schultze erwähnt diesbezüglich nur schriftliche Mitteilungen von Hermann Ahrens, Bad Kreuznach. Das Ortsfamilienbuch des Kirchspiels Varel liegt erst seit 2002 vor.
So wurde Büppel allmählich ein eigenständiges Dorf
Als Erhebung in der Lekeniederung war „Der Büppel“ wahrscheinlich schon als Flurname gebräuchlich, lange bevor er als Wohnort-Name gebraucht wurde. „Der Büppel“ gehörte zum Dorf Obenstrohe. Zu Obenstrohe gehörten 22 Hausmannsstellen. Die Hausmänner bildeten - wie in allen Eschdörfern - eine eng verbundene Gemeinschaft. Unter ihnen wurden schon sehr früh alle Fluren aufgeteilt, die größeren wirtschaftlichen Wert hatten, nämlich das hohe Ackerland, die Wiesen, und der Wald. Diese Ländereien durften nicht verkauft oder unter Erben weiter aufgeteilt werden. Starb eine Linie im Mannesstamme aus, so erbte oder erheiratete ein anderer die Stelle und nahm den Namen des alten Besitzers an. Die Folge war eine Fortdauer der Gemeinschaft der Hausleute. Eine dieser Obenstroher Hausmannsstellen war „der Bödeker“. Auf dem Bödeker wurde späterdie Schäferei eingerichtet. Heute hat dort die Familie Juilfs ihren Hof. (Oldenburger Straße 100.) Auf dem unbebauten Heideland – der Gemeinheit - konnten die Hausmänner ihr Vieh weiden, Plaggen stechen und Heide mähen. Die Gemeinheit gehörte aber nicht zum Besitz der Hausmänner. Neuen Bauern, wurden von der Herrschaft gegen Auflagen Land aus der Gemeinheit zugewiesen. Diese Bauern nannte man Köter. Die ersten beidenObenstroher Kötererhielten ihren Platz auf dem Büppel (heute Theilen, Flachsweg und Baumann/Eilers, Oldenburger Str.). Später konnte neuen Siedlern nur noch ein kleines Stück Heideland zugewiesen werden Diese Siedler nannte man Häuslinge. Sie mussten ihren Unterhalt vor allem als Tagelöhner und mit handwerklichen Arbeiten verdienen. Alle Siedler, die nach den beiden Kötern in, an und auf dem Büppel ihre „Häuselei“ errichteten, werden bis 1863 als „Obenstroher Häuslinge“ geführt.
Das waren 35 Häuslinge, die sich aber seit jeher als Büppeler be-zeichneten. Bereits 1540 wird Büppel als Geburtsort – und zwar des Köters Oltmann Oltmanns „uppn Büppel auf der Heide“ – erwähnt.
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